Guten Tag, es ist ja ganz interessant, hier beim Stöbern im Gästebuch auf bekannte Namen derer zu treffen, mit denen man zusammen fuhr:
Bei "Gottes eigener Reederei" begann ich im Sommer 67, nachdem ich zuvor in Bremen die Moses-Fabrik durchlaufen hatte.
Dann hatte ich das Glück, die letzte Lloyd-Reise auf der NABOB in der Magellan-Fahrt mitfahren zu können. Als wir dann schon SAWK waren, kamen chinesische Besichtiger und hatten eine Vorahnung, dass der Dampfer verkauft werden würde, was dann auch geschah. In 68 sahen wir die Nabob dann noch einmal als Glory, bis auf eine Marke im Schornstein völlig unverändert, am Haken auf Singapur-Reede.
Da wir als Kadetten-Gruppe für ein Schiff der Friesenstein-Klasse vorgesehen waren, es dafür aber zu früh nach dem Ausstieg von Nabob war, machten wir dann im Dezember 67 eine Zwischenreise auf BODENSTEIN im NAOK-Dienst; dort mochte man Kadetten nicht und wir wurden "streng" rangenommen ?. Immerhin kam man in New York an Land, auch nicht schlecht.
Im Januar 68 stiegen wir dann auf BADENSTEIN kurz vor deren Fertigstellung ein, auf ihr absolvierte ich 3 Reisen Ostasien, 2 x den Japan-Trip über den Pazifik nach Hause, 1 x den Lumpensammler-Trip mit den ganzen kleinen Häfen auf den Philippinen.
Inzwischen zum Leichtmatrosen "gestählt" kamen wir dann 69 auf die WESERSTEIN (nach Verlängerung), die vor der ersten Neuseeland-Reise
des NDL stand. Schon die Anreise via Capetown war traumhaft, weil wir in den roaring fourthies an Deck praktisch Windstille hatten (für die Landratten: Fahrt- und Rückenwind hoben sich ggs auf), so dass das Arbeiten jeden Tag wie sonntags war. In den neuseeländischen Häfen wurde immens gestreikt, so dass wir jede Gelegenheit hatten, an Land zu gehen, auch hier von Bluff aus via Panama nach Hause. Die nächste Ausreise ging nach Australien, von dort aus zum Laden nach Japan und via Panama nach Hause. Matrosenprüfung. Als OA dann 69/70 für 3 Reisen auf ROTHENSTEIN, 2 x Magellan und 1 x SAWK, auf den Magellan-Reisen fuhren wir noch nach New York, wo wir Autos für Brasilien holten, die natürlich im Zwischendeck getestet wurden ?.
Als gerade die Fusion vollzogen wurde, hatte ich meine Fahrtzeit voll und begann an der HfN in Bremen.
An die Namen der Kapitäne erinnere ich mich wie folgt:
NABOB - G.H. Will,
BODENSTEIN - Bohn,
BADENSTEIN - Behnsen
WESERSTEIN - Müller-Bange/Wunderlich
ROTHENSTEIN - van Meeteren/Trey/Nölke
Der Lloyd bezuschusste auch noch meine Seefahrtschulzeit, doch nach Abschluss wollte der Ballindamm keine Weiterbeschäftigung, zurückzahlen musste ich nichts und so ging ich als Dritter zu Gelsenberg auf die neuen VLCCs in die Tankschifffahrt.
Insgesamt ist die Zeit beim Lloyd in diesem Lebensalter als sehr formend und stabilisierend zu bewerten, zudem war der Lloyd von sich aus schon damals sehr sozial, eine sehr gute Ausbildung, man lernte viel und kam viel rum, immer zwar u ter relativ strenger Hand, aber macht nichts, insgesamt möchte ich das alles nicht missen.
Umso schöner ist es, bei Bedarf hier aud vertraute Angaben zu treffen.
Gästebuch
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